Über Fair-Trade, Bio und vegane Schuhe

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ÜBER FAIR-TRADE, BIO UND VEGANE SCHUHE

Fairer Handel ist allgemein gesagt ein kontrollierter Handel, bei dem zumeist eine Fair-Trade-Organisation den Produzenten der Rohstoffe und der Agrar-Produkte einen Mindestlohn bezahlen, die sich wiederum dazu verpflichten, diesen an ihre Mitarbeiter weiterzugeben. Der faire Handel betrifft primär Waren, die von Industrienationen aus Entwicklungsländern importiert werden.

Der anfängliche Wirkungskreis der Organisationen umfasste landwirtschaftliche Erzeugnisse sowie Produkte des traditionellen Handwerks, heute wandert der Blick auch in richtig weiterer Produktionsstufen und beispielhaft den Abbau von Bodenschätzen.

In vielen Entwicklungsländern sind die Marktpreise aufgrund der Marktmacht der Industrienationen sehr gering, sodass der Mindestlohn als Ausgleich dienen soll und die Arbeiter so über ein angemessenes Einkommen verfügen. Ziel vieler Fair-Trade-Organisation ist weiterhin der Aufbau von kontinuierlichen und „freundschaftlichen“ Kooperationen zwischen den Händlern und Erzeugern, die Organisationen bilden so ein wichtiges Bindeglied.

Die Organisationen legen bestimmte Standards fest, die von den Erzeugern eingehalten werden müssen, oft beinhalten diese neben den humanen Faktoren auch internationale oder selbst kreiert Sozial- und Umweltstandards. Fair-Trade-Organisation vergeben Labels oder Gütesiegel, damit die fair gehandelten Produkte als solche erkennbar sind.

Viele nationale Fairhandelsorganisationen, wie in Deutschland die Organisation „Transfair“, schließen sich mit der Dachorganisation Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) zusammen. Die Dachorganisation erstellt die Standards und sie zertifizieren die Produkte und Erzeuger entsprechend mit dem jeweiligen Gütesiegel. Das FLO- Zertifizierungssystem umfasst beispielsweise Bananen, Kaffee und Obst, Kakao und Nüsse und Baumwolle.

Das FLO-Gütesiegel ist mit Abstand das bekannteste Fair-Trade-Siegel.

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Das Fairtrade-Siegel wird auch für Textilien vergeben. Allerdings ist dabei nur die Baumwolle zertifiziert, nicht das Endprodukt. Für die Baumwollproduktion gelten dabei die Kriterien des fairen Handels wie faire Arbeitsbedingungen und Löhne sowie langfristige Handelsbeziehungen. Das Fairtrade-Siegel ist ein reines Sozial-Zertifikat, es kann somit kein Rückschluss auf biologische Aspekte gezogen werden. De facto stammen nur rund 20 % der fairen Baumwolle auch von biologischen Äckern.

Aber welches Siegel hilft uns, wenn wir nicht nur möchten, dass soziale Standards erfüllt werden, sondern auch biologische?

Hier wird es nicht so leicht, denn es gibt zwar international verbreitete Siegel, wie das GOTS (Global Organic Textile Standard), jedoch wird beispielsweise der Biobaumwoll-Markt von regionalen Zusammenschlüssen und Vereinigungen geprägt. Den Herstellern der Schuhe und Textilien obliegt somit die Verantwortung, einen geeigneten Partner für die Rohstoffe auszuwählen und auch die Einhaltung der vereinbarten Standards zu prüfen. Als Paradebeispiel können wir hier unseren Lieferanten „Ethletic“ nennen. Ethletic gestaltet den gesamten Prozess der veganen Schuhproduktion so transparent, wie es nur möglich ist. Die Biobaumwolle erhalten sie von der Kleinbauerngemeinschaft „Chetna Organic“ (http://www.chetnaorganic.org.in). Die Hauptanbaugebiete liegen in Andra Proadesh und Odisha (Indien). Die Vereinigung wurde 2004 mit 234 Kleinbauern gegründet. 2014 haben sich bereits über 15 000 Bauern diesem Kleinbauernverband angeschlossen und sich der biologischen Landwirtschaft verpflichtet.

Zurück zur Frage:

Fair-Trade ist nicht gleich Bio und einzelne Siegel reichen nicht aus, um diese Ansprüche zu erfüllen. Weiterhin ist markant, dass bis heute kein Zertifizierungssystem etabliert ist, dass den gesamten Entstehungsprozess eines Produktes abdeckt. Vielmehr kommt es auf die Ideologie und das Engagement der Hersteller an, Waren produzieren zu wollen, die auf allen Ebenen nachhaltig sind. So produzieren fast alle unsere Schuh-Lieferanten in Europa und das möglichst transparent. Einzig Ethletic produziert beispielsweise in Pakistan, jedoch arbeitet Ethletic mit entsprechenden Siegeln und sie setzen sich selber sehr hohe Standards, die stimmig sind.

Ein Ausblick in die Zukunft:

Fairtrade International“ veröffentlichte am 22. März 2016 den neuen Fairtrade Textil-Standard. Dieser soll erstmals in der Geschichte den gesamten Entstehungsprozess eines Produktes abdecken, also vom Anbau der Rohstoffe, bis zur Fertigstellung der Waren. Weiterhin werden ökologische Aspekte stärker fokussiert. Gegenwärtig gibt es noch keine Produkte mit diesem Siegel auf dem Markt, denn der Standard ist erst ab dem 1. Juni 2016 anwendbar. Bis eine komplette Lieferkette nach dem Standard zertifiziert ist, wird sicherlich noch einige Zeit ins Land ziehen. Wir sind jedoch gespannt und hoffen, dass die hohen Ziele des Siegels erfüllt werden können, damit auch wir Ihnen unsere veganen Schuhe noch transparenter anbieten können.



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